fieselfux

Berlin erkunden


Hinterlasse einen Kommentar

Freitags Fernsehturm

mit blauem Himmelfreu 002

Advertisements


Hinterlasse einen Kommentar

Wanderung am Nordgraben, Grüner Hauptweg Nr. 16, Humboldtspur

Die Humboldtspur beginnt eigentlich in der Nähe des Schlosses Tegel. Das heutige Teilstück geht vom Rathaus Reinickendorf bis zum S-Bahnhof Blankenburg.Nordgraben 006Auf der namenlosen Grünfläche gegenüber des Rathauses haben Bürger im Zusammenhang mit der Aktion ‚Baumzauber‘ zu bestimmten Anlässen, wie Hochzeit, Geburtstag oder einfach so einen Baum gepflanzt. So haben hier ganz viele Bäume Schilder mit den Namen der SpenderInnen.Nordgraben 011Südlich wird die Grünfläche vom träge dahinfließenden Nordgraben begrenzt. Nordgraben 013Daneben auf der gleichnamigen Straße ist der Verkehr nicht zu überhören, aber linksseitig führt der Weg noch eine Weile durch einen Grünstreifen. Es geht auch nach Überqueren der Oranienburger Straße noch relativ grün weiter. Läßt man dann auch die Rödernallee hinter sich, reihen sich Gärten mit Gartenhäuschen am Weg entlang. Die nächste zu überquerende Straße ist die Schorfheidestraße und durch die Blumen erfährt man wo man jetzt gelandet ist, nicht in Mecklenburg Vorpommern, sondern im Märkischen Viertel.Nordgraben 024Es fängt ganz harmlos an, ein paar niedriege Plattenbauten am Wegesrand. Eine sehr ruhige Wohngegend. Doch dann werden die Häuser immer höher, die Menschen, Hunde, Fahrräder immer mehr auf dem Weg. Und der Nordgraben ist als Naturschutzgebiet durch hohe Zäune abgesperrt. Nordgraben 034Aber dann gelangt man plötzlich in die Wildnis und auch der Nordgraben ist wieder zugänglich und es wird klar, man ist im ‚wilden Osten‘ angekommen. Ist im Märkischen Viertel jeder Quadratmeter genau vermessen und verplant so ist man in Rosenthal damit noch lange nicht so weit. Hier gibt es noch wildes Niemandsland mit Trampelpfaden und undurchdringliches Dickicht. Und auch der Nordgraben sieht völlig verändert aus, in wilden Stromschnellen rauscht er im unbegradigten Bett daher – fehlen nur noch springende Forellen.Nordgraben 041Bald wird es aber auch hier wieder ordentlicher, Häuschen an Häuschen mit gepflegten Hecken und Rasen reihen sich aneinander. Nordgraben 053Die Hobbygärtner wissen wie man die Tomaten vor der Krautfäule schützt.Nordgraben 052Jetzt geht es eine ganze Zeit so weiter mit den kleineren Häusern oder Gartenhäusern, es scheint gemischt zu sein. Einige Häuser sind ganzjährig bewohnt, andere wohl nur in der Gartensaison. Der Nordgraben liegt jetzt ziemlich tief und ist auf beiden Seiten von Gestrüpp zugewuchert, dass man nur selten einen Blick auf das Wasser erhaschen kann. Die ab und zu über den Graben führenden kleinen Brücken lassen mal wieder einen Blick zu.Nordgraben 064Hat man die Friedrich-Engels-Straße überquert führt der Weg zunächst etwas weg vom Nordgraben in ein Gebiet mit vielen neu gebauten Häusern, die zum Teil auch noch nicht ganz fertig sind. Bald geht es aber wieder zurück direkt an den Graben. Die älteren Häuser sind wesentlich interessanter. Nordgraben 059Dann kommt man in die Kräutergegend. Hier ist jeder Weg oder Platz nach Kräutern benannt. Der Weg am Nordgraben heißt Gebirgskräuterweg, von rechts biegen alle möglichen Kräuterwege ein, Dillweg, Basilikumweg.  Über eine Brücke gelangt man zum Kräuterplatz. Beim Blick nach unten von der Brücke hat man das Gefühl, der Graben liegt immer noch ein Stückchen tiefer als bei der letzten Brücke.Nordgraben 075Irgendwann erscheint rechts ein großes Sportplatzgelände – die Nordendarena. Hier könnte man einen Abstecher zum Botanischen Volkspark machen, er liegt unmittelbar neben dem Wanderweg. Über die B96 muß man dann wieder die Seiten wechseln. Nach Besichtigung der Gartenzwergausstellung Nordgraben 091gibt es nach einer Weile noch einmal die Möglichkeit direkt ans Wasser zu gehen – es ist recht sauber. Allerdings nutzen die Leute hier auf dem letzten Wegstück das Ufer sehr oft als Ablageort für Grünabfälle. Nordgraben 082Wieder oben noch etwas weiter kann man Bücher tauschen, wenn man welche dabei hat, die man gerade nicht mehr braucht. Dieser gut bestückte Büchertausch-Schrank lädt auf jeden Fall zum Stöbern ein. Ich habe mir ein Büchlein mitgenommen und keines hineingestellt. Aber wenn ich jemals nochmal hier vorbeikommen werde, packe ich mir ein Buch ein um es hier reinzustellen. Alle Wege heißen hier irgenwas mit Blüte, Pfirsichblütenweg, Birnenblütenweg, Fliederblütenweg….-blütenweg.Nordgraben 085Danach geht es über die Schönhauser Straße und dann wird es unschön, denn der Weg führt jetzt über die Marienstraße, etwas abseits des Grabens und zwischen Pulverlackierung und Luftkontor, Gewerbe und Industriebauten ist es wenig idyllisch. Aber weit ist es nicht mehr bis zur Pasewalker Straße. Von hier kann man mit der Tram M50 zum S/U-Bahnhof Pankow fahren. Die Humboldtspur verläßt hier den Nordgraben. Folgt man dem Weg aber noch ein wenig so kreuzt er bald den Pankeweg und diesem ein kurzes Stück nach Norden folgend findet man am Pankebecken den Beginn des Nordgrabens. Er wurde nämlich einst in den 1930er Jahren als Entlastungsgraben für die übervolle Panke angelegt.Nordgraben 115Das Pankebecken geht bis zur Bahnhofstraße und auf dieser gelangt man von hieraus schnell zum S-Bahnhof Blankenburg.

 

 

 

 


Hinterlasse einen Kommentar

Adlershof

Durch eine Verabredung verschlug es mich heute hierher und da die erst am Abend war habe ich mich nachmittags mal ein wenig umgesehen. Vom S-Bahnhof in nord-östlicher Richtung liegt das alte Adlershof mit der Dörpfelder Straße, wohl die Haupteinkaufsstraße. Viel ist allerdings nicht los. Es gibt einen Hinweis auf die Anna-Seghers-Gedenkstätte in in der gleichnamigen Straße ganz in der Nähe. Hier wohnte die Autorin von 1955 bis 1983.Falkenberg 001Einen alten Ortskern besitzt Adlershof nicht, denn die erste Siedlung hier entstand erst im Jahre 1753 und bestand aus einem Vorwerk und der Kolonie Süßengrund mit vier Doppelhäusern. Davon ist heute aber nichts mehr zu sehen. Die Gemeinde Adlershof gründete sich erst 1879. Eine Art Marktplatz ist vorhanden und zwei Tramlinien verkehren durch die Dörpfelder Straße. Interessant ist noch die Alte Schule. 1920 wurde hier die dritte Gemeindeschule als erste ‚weltliche Schule‘ eingerichtet die anders als sonst üblich nicht konfessionell gebunden war, Religionsunterricht war erstmals kein Pflichtfach mehr. Jungen und Mädchen lernten nicht mehr getrennt und die Prügelstrafe wurde abgeschafft. So etwas konnten die Nazis natürlich nicht dulden, 1933 wurden die fortschrittlichen Lehrer entlassen und die Schule wieder zur evangelischen Schule mit üblicher Prügelstrafe.Falkenberg 0041Die längste Straße Berlins, das Adlergestell, führt durch Adlershof. Hier mal ein Foto von dem dann wohl auch längsten (fast)geraden Fahrradweg Berlins. Falkenberg 005Das viel befahrene Adlergestell und die danebengelegene S-Bahn-Trasse bilden auch die Trennlinie zwischen dem alten und dem neuen Adlershof. So sind auf der anderen Seite erst mal ganz viele Baustellen zu bewundern.  Der ganze Bereich hier nennt sich Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof – kurz WISTA. Ich hab das mal einfach so auf mich wirken lassen und  ein paar Fotos gemacht.Falkenberg 013

Falkenberg 054In süd-östlicher Richtung nennt sich die Weiterführung der Dörpfelder Straße ab dem S-Bahnhof Adlershof Rudower Chausse. Dieser folgend landet man bald am Forum Adlershof mit der seit 2008 hier stehenden Plastik „Kopfbewegung“ von Josefine Günschel und Margund Smolka. Auf vier Meter hohen Stelen sind die 160 Zentimeter hohen, aus jeweils 25 Scheiben bestehenden Köpfe befestigt. Durch Motoren verändern sie ständig ihre Lage. Falkenberg 010Verweilt man hier etwas macht es den Eindruck als verändere sich auch der Gesichtsausdruck. Falkenberg 012Ganz in der Nähe überlebten noch ein paar Zeugen aus der Zeit, in der Johannisthal und Adlershof das Zentrum der deutschen Luftfahrtforschung war. Ein paar ungewöhnliche Formen an der Windkanalstraße sind noch erhalten, so der berühmte Trudelturm.Falkenberg 028Das Gelände gehört heute zum Campus der Humboldt-Universität.Falkenberg 030Falkenberg 025Weiter gehts auf der Karl-Ziegler-Straße, bis zu deren Ende verkehren die Tramlinien 61 und 63 und haben da ihre Wendeschleife. Hier gibt es Studentenunterkünfte Falkenberg 031mit wildschönen Bepflanzungen davor, sogar mit Wasserdost – nicht gerade üblich. Falkenberg 032Einfach geradeaus sieht es so schön grün aus, hinter der das WISTA Gelände begrenzenden Hermann-Domer-Allee beginnt der Landschaftspark, der den Namen Johannisthal/Adlershof trägt. Genau genommen liegt der auf dem ehemaligen Johannisthaler Flugfeld gelegene Park nicht mehr in Adlershof, sondern im Ortsteil Johannisthal. Den unter Naturschutz stehenden Teil dürfen nur die SchafeFalkenberg 039und ‚freilaufende, gefährliche Bullen‘ betreten. Aber drumherum gibt es auch noch viel Grün zum Wandern, Skaten, Walken, Joggen und Bänke zum faulenzen und Schafe gucken ebenso.Falkenberg 047Zurück im WISTA Gelände ist an der Rudower Chausse/Ecke Brook-Taylor-Straße die aus rostbraunem Stahl bestehende Plastik „Kryptographie“ von Nils R. Schultze zu finden. Falkenberg 073Nur aus bestimmten Blickwinkeln sind die Botschaft des Künstlers ersichtlich.Falkenberg 072Wechselt man die Perspektive ist von der anderen Seite noch etwas zu erkennen.Falkenberg 077Hierher kommt man vom S-Bahnhof Adlershof mit den Tramlinien 61 und 63 oder dem 162er oder 164er Bus, Station ‚Magnusstraße‘, wer Zeit hat kann auch laufen, ist nicht weit.

 


Hinterlasse einen Kommentar

Die Sonne wird im Ozean versinken

Nein, noch gibt es keinen Ozean in Berlin aber seit Juni ein neues Wandbild in der Landsberger Allee, die hier noch zum Prenzlauer Berg gehört. Dieser Text ist direkt unter dem Bild zu finden.Pferd 008 Geschaffen wurde es vom südafrikanischen Künstler Ricky Lee Gordon.Pferd 005Gefällt mir sehr, immer wieder von solchen Wandbildern überrascht zu werden. Pferd 003Zu finden ist es nicht weit vom S-Bahnhof ‚Landsberger Allee‘ auf der Ringbahn.


Hinterlasse einen Kommentar

Jungfernmühle

Diese Holländermühle ist die älteste im Berliner Stadtgebiet erhaltene. Allerdings stand sie nicht immer hier in der Gropiusstadt. Sie stammt aus den 1750er Jahren und stand ursprünglich in Potsdam. Hundert Jahre später wurde sie auf die Rixdorfer Rollberge versetzt und kommt damit dem heutigen Standort schon wesentlich näher. Lange stand sie dort nicht, denn 1872 ließ ihr neuer Besitzer, Otto Wienecke, sie an diesem Standort in Buckow wieder aufbauen.windmühle 0221Bis 1980 war die Mühle noch elektrisch als Kornmühle in Betrieb. Heute sind die Flügel nur noch Zierde und bis vor Kurzem wurde sie als Restaurant genutzt.windmühle 026Zwischen den Kübeln konnte man sicher auch draußen sitzen.  Den Namen erhielt die Mühle wegen eines tragischen Vorfalls. Bei der Erstbesichtigung der neuen Mühle erlitt die Tochter des Müllers einen tödlichen Unfall.

Damit die Holländermühle sich unweit der Gropiusstädtischen Hochhäuser nicht so einsam fühlt, stellten einfühlsame Städteplaner vier holländisch anmutende rote Giebelhäuschen an ihre Seite.windmühle 0171Innerhalb dieses roten Backsteinensembles wartet auch die Bäckerei Mühlenbäcker auf Gäste. Wer sich also mit dem X11er Bus hierher verirrt weil er sich in Berlin mal kurz wie in Holland fühlen will, bleibt nicht ganz ohne Speis‘ und Trank – Haltestelle ‚ Baumläuferweg‘.

 


Hinterlasse einen Kommentar

Bibliothek am Luisenbad

Dies ist wirklich ein besonderer Ort an der innerstädtischen Panke. Von der lauten Badstraße kommend durch ein großes schmiedeeisernes Tor gelangt man auf einen Hinterhof mit etwas ungewöhnlicher Bebauung.luisenbad 020Einst gab es hier nur Wiesen, eine Mühle und eine Quelle. Ca 1750 wurde die Quelle mit dem wohlschmeckenden Wasser vom Hofapotheker Behm chemisch untersucht und das Ergebnis war so zufriedenstellend, dass er Geld investierte und ein Badehaus und Nebengebäude um die Heilquelle herum bauen lies.  Zur Eröffnung des Heilbades 1760 erhielt es den Namen ‚Friedrichs Gesundbrunnen‘. luisenbad 017Gesundbrunnen heißt auch heute noch dieser Stadtteil. Lange florierte das Geschäft wohl nicht. 1809 gab es einen neuen Aufschwung, Das Bad nannte sich jetzt Luisenbad, nach der beliebten Königin. Durch andere Investoren kamen später Schwimmbad, Restaurant und Biergarten dazu und es wurde für die Berliner ein Ausflugs- und Vergnügunsort. Einige kleinere Gebäude erinnern noch heute an diese Zeit. luisenbad 025Bald wuchs das sich immer weiter ausbreitende Berlin bis hier und auch Industrie und Gerbereien siedelten sich an, was zur Verschmutzung der Panke führte. Um 1900 hatte sich das einstige Heilbad in eine eher proletarische Vergnügungsstätte mit dem Namen Marienbad verwandelt. Die Quelle war zu dieser Zeit bereits zugeschüttet. Die heutige Bibliothek entstand Mitte der 90er Jahre, wobei Reste der einstigen Bebauung einbezogen wurden.luisenbad 013Auch im Lesegarten trifft man auf uraltes Gemäuer.luisenbad 005An den beiden Ausgängen gestapelte Gartenstühle kann man im nicht gerade kleinen Lesegartenbereich ganz nach belieben platzieren. Wer mitten in der Stadt einen sehr ruhigen Ort sucht ist hier richtig.luisenbad 006Ein Besuch dieser Gegend ist auf jeden Fall lohnenswert, in unmittelbarer Nähe lädt ein Café direkt am Pankeufer zum Verweilen ein. Man kommt am besten hierher mit der U-Bahnlinie U8, Station ‚Badstraße‘.